| Übervolles Haus beim Neujahrsempfang der SPD-Gersweiler |
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| Mittwoch, den 01. Februar 2012 um 11:23 Uhr |
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Sichtlich erfreut begrüßte Ortsvereinsvorsitzende Isolde Ries die Besucher des Neujahrsempfangs im ehemaligen Rathaus, die sich da dicht an dicht drängelten. Ihr besonderes Willkommen galt den Vertreterinnen und Vertretern der Vereine, deren persönliche Begrüßung schon einiges an Zeit in Anspruch nahm. In ihrer Ansprache ging Ries auf die Vorgänge um Bundespräsident Wulff ein und zeigte sich skeptisch: „Der Bundespräsident hat von der Verfassung her keine Macht. Er zieht seine Bedeutung als erster Bürger des Staates aus perönlicher Intergrität und überzeugender Glaubwürdigkeit. Und damit verhält es sich wie mit Glas: Einmal zerbrochen läßt es sich zwar kleben, aber nicht wieder herstellen.“ Die Bürgerinnen und Bürger, damit würden schlechter regiert als sie es verdient hätten. Als Beispiel nannte sie den ihrer Meinung nach irrsinnigen Umstand, dass zwar richtiger Weise in Erkenntnis der Wichtigkeit frühkindlicher Bildung Kinderkrippen und -Gärtenplätze mit viel Geld ausgebaut würden, gleichzeitig aber die Eltern, die für ihre Kinder dieses Angebot nicht annähmen, au Geld erhielten. Ries: „Und ich vermute, dass gerade die Eltern, deren Kindern eine außer-familiäre Betreuung mehr bräuchten als alles andere, das Geld auch kassieren werden.“ Im Saarland, so Ries, sähe es auch nicht besser aus. So handlungunfähig die Regierung auch gewesen sei, das absehbare Ende sei nun doch schneller gekommen als erwartet. Es sei schon erstaunlich, wie die FDP sich genussvoll selbst zerlegt habe. Die SPD habe nun ein Gesprächsangebot bekommen und das, so Ries könne man schlecht ablehnen. Doch die Ministerpräsidentin sei belastet und müsse den Untersuchungsausschuss zum 4. Pavillon fürchten, der ihr nachweisen könnte, dass sie Bürgerinnen und Bürger und Parlament belogen und getäuscht hätte. Es sei gar nicht so abwegig, dass Kramp-Karrenbauer die Koalition auch deshalb habe platzen lassen, um den Untersuchungsausschuss zu entschärfen. Dieser 4. Pavillon des Saarlandmuseums sei von den Verantwortlichen mit einer Mischung aus Vetternwirtschaft, Selbstüberschätzung, Arroganz, Korruption und Inkompetenz unter sträflicher Vernachlässigung jeglicher Kontrolle von der CDU so dilettantisch verwirklicht worden, dass man in Kenntnis der Details nur fassungslos mit dem Kopf schütteln könne. Ries: „Jeder von uns, der auf diese Weise eine Gartenhütte bauen würde, hätte sein Grundstück verschandelt, wäre finanziell am Ende und bekäme statt der Gartenmöbel höchstens einen Sonnenschirm unter, und den müsste er noch durchs Fenster schieben, weil die Türe an der falschen Stelle säße. Eine Koalition mit der CDU müsse klar sozialdemokratische Handschrift tragen, ansonsten seien Neuwahlen der richtige Weg. In Gersweiler sei die Welt jedoch noch weitgehend in Ordnung. Die SPD habe auch in 2011 ihr Ansehen nicht verloren, man habe sich aber auch stark darum bemüht. Zwei High-Lights habe es gegeben, die kräftige Mithilfe bei der Wahl von Charlotte Britz zur Oberbürgermeisterin und den Fahrstuhl für das Gersweiler Rathaus, der fast fertig sei. Hier dankte Ries allen Beteiligten: der AWO, dem Gesundheitsministerium, der Staatkanzlei und natürlich in 1. Linie der Landeshauptstadt, die die weitaus meisten Kosten getragen habe. Ries schloss mit einem Appell: „Als Bürgerinnen und Bürger dieses Landes muss uns über diesen und anderen politischen Ärger hinaus etwas ganz fest am Herzen liegen: Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass das Saarland ein weltoffenes Land bleibt, ein Land der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens. Wir alle, jede einzelne Bürgerin und jeder einzelne Bürger, müssen gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt zusammen stehen. Damit in unserem Land alle Menschen ungeachtet ihrer Nationalität, Herkunft, Religion oder Weltanschauung sicher und ohne Anfeindungen leben können. Wir alle sind das Saarland und nur gemeinsam haben wir eine gute Zukunft.“ Als besonderen Gast hatte die SPD Ralf Latz, den Bürgermeister der Landeshauptstadt eingeladen und der konnte mit einer schönen Geschichte aufwarten: Sein Großvater war ein Gersweiler und zu Weihnachten ein zuverlässiger Kirchgänger. Als nun der Pastor gegen diese Gläubigen wetterte, trat er aus der Kirche aus. Als jedoch in den 30er Jahren die Nazis den Pastor unter Druck setzten und deshalb viele Gläubige aus Angst die Kirche verließen, trat sein Großvater demonstrativ wieder ein. Latz: „Das war ein schönes Stück Dickköpfigkeit und Standvermögen, er ist gut, so etwas in der Familie zu haben. In seiner Rede hob Latz die Bedeutung der Landeshauptstadt für das Saarland hervor: 60% der Wirtschaftsleistung des Landes würden in der Stadt erzeugt, Saarbrücken habe als einzige Stadt des Saarlandes Bevölkerungszuwachs. Dem müsse Rechnung getragen werden, z.B. durch die Ausweisung neuer Baugebiete in der Stadt, um für junge Familien attraktiv zu sein. Dem Platzen der Jamaikakoalition gewann Latz aus kommunalpolitischer Sicht Positives ab: „Wir können davon ausgehen, das in Zukunft die Geldströme der Landesregierung nicht mehr überproportional nach Eppelborn, St. Wendel oder Tholey fließen, sondern dass die Landeshauptstadt angemessen berücksichtigt wird. Im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs stand die Verleihung der Gersweiler Bürgermedaille an die ehemalige Leiterin des katholischen Kindergartens Ottenhausen, Monika Konrad und an die Leiterin des evangelischen Kindergartens Gersweiler, Bianca von Gerichten. Die Laudatio hielt Bernd Weber, stellvertretender Vorsitzender der Gersweiler SPD und Sprecher der SPD im Bezirksrat West. Er hob in seiner Rede insbesondere die Bedeutung qualifizierter frühkindlicher Betreuung und Bildung für die Gesellschaft hervor und verwies auf die große Verantwortung der Erzieher und Erzieherinnen. |




